DFL-Wirtschaftsreport 24/25

Die Mannschaft vom FC Bayern München bejubelt gemeinsam die Deutsche Meisterschaft 2025. (Foto)Die Mannschaft vom FC Bayern München bejubelt gemeinsam die Deutsche Meisterschaft 2025. (Foto)

Foto: DFL/Getty Images/Jan Hetfleisch

Der deutsche Lizenzfußball

Das war die Saison 2024/25

Nachdem 2023/24 erstmals Bayer 04 Leverkusen die Schale gewonnen hatte, holte sich der Rekordmeister aus München den Titel in der Spielzeit 2024/25 in beeindruckender Manier zurück.

Mit 82 eingesammelten Zählern spielte der FC Bayern eine außergewöhnliche Saison, nur fünf Mal holten Mannschaften in der Bundesliga-Historie mehr Punkte. Dabei überzeugte das Team von Coach Vincent Kompany in dessen erster Saison vor allem mit einer überragenden Offensive. 19 Torschüsse gaben die Münchner im Schnitt pro Spiel ab, mehr als jede andere Mannschaft in den fünf europäischen Topligen. Am Ende hatten sie 99 Tore erzielt – die drittmeisten eines Teams in der Bundesliga-Geschichte.

Maßgeblichen Anteil daran hatte erneut Harry Kane, der nach vielen persönlichen Erfolgen – zunächst in der Premier League und ab 2023 in Deutschland – endlich seinen ersten Clubtitel gewann. Der Kapitän der englischen Nationalelf erzielte 26 Treffer und wurde auch in seiner zweiten Bundesliga-Saison Torschützenkönig, gefolgt von Leverkusens Patrik Schick und Serhou Guirassy von Borussia Dortmund, die jeweils auf 21 Treffer kamen. Mit insgesamt 959 erzielten Toren (im Schnitt 3,1 pro Spiel) war die Bundesliga erneut die torreichste Topliga in Europa.

Schönste Tore der Saison

Abschied nehmen hieß es von einer Bundesliga-Legende: Thomas Müller verließ den FC Bayern in Richtung Kanada. 2013 und 2020 gelang ihm das Triple aus Meisterschaft, Pokal- und Champions-League-Sieg mit den Münchnern, deren Trikot er insgesamt 25 Jahre lang trug und für die er 756 Pflichtspiele mit 250 Toren absolvierte, darunter 503 Bundesliga-Einsätze (150 Tore), von denen er 362 gewann. Mit dem FC Bayern holte Thomas Müller insgesamt 33 Titel. Eine Ikone, die Spuren hinterlassen hat.

Erneut beeindruckend spielte über weite Teile der Saison Bayer 04 Leverkusen. Der von Weltstar Xabi Alonso trainierte Vizemeister verlor in der zweiten Saison in Folge kein Auswärtsspiel. Eintracht Frankfurt erreichte Tabellenrang drei mit neun Punkten Rückstand auf Leverkusen – die beste Platzierung des Clubs seit 32 Jahren und die erste Qualifikation für die UEFA Champions League über die Liga.

Für die europäische Königsklasse qualifizierte sich auch Borussia Dortmund dank einer beeindruckenden Aufholjagd. Von Platz elf am 19. Spieltag führte Trainer Niko Kovac sein Team durch zehn Siege aus den verbleibenden 15 Spielen noch auf Rang vier. Der Sport-Club Freiburg qualifizierte sich mit Rang fünf für die UEFA Europa League und damit zum siebten Mal in seiner Historie für einen europäischen Clubwettbewerb – beileibe keine Selbstverständlichkeit, hatte nach der vorangegangenen Saison doch Trainer Christian Streich nach rund 13 Jahren sein Amt aufgegeben. Nachfolger Julian Schuster setzte die Freiburger Erfolgsstory aber sogleich fort und wurde dafür vom „kicker“ sogar zum „Trainer des Jahres“ gewählt. Gejubelt wurde auch beim 1. FSV Mainz 05. Nachdem zuvor nur knapp der Abstieg verhindert worden war, spielten die Rheinhessen eine beeindruckende Saison mit der Qualifikation zur UEFA Conference League.

Weniger erfreulich verlief die Spielzeit für RB Leipzig, das in seiner neunten Bundesliga-Saison erstmals die europäischen Clubwettbewerbe verpasste, und für den vorherigen Vizemeister VfB Stuttgart, der Platz neun belegte. Allerdings feierten die Schwaben im DFB-Pokal ihren ersten Titel seit der Meisterschaft 2007 und qualifizierten sich auf diesem Weg für die UEFA Europa League.

Spannend war es auch am unteren Ende der Tabelle, wo die TSG Hoffenheim und Aufsteiger FC St. Pauli den direkten Klassenerhalt feiern konnten. Noch enger wurde es im Abstiegskampf für den 1. FC Heidenheim 1846. In seiner zweiten Bundesliga-Saison musste der Club aus dem Osten Baden-Württembergs in die Relegation, setzte sich dort aber hauchdünn gegen die SV Elversberg durch, das Überraschungsteam der 2. Bundesliga. Holstein Kiel hingegen verpasste nach seinem ersten Aufstieg in die Bundesliga den Klassenverbleib und musste zusammen mit dem VfL Bochum 1848 absteigen.

Bundesliga Abschlusstabelle 2024/25

 

 

 

Spiele

S

U

N

Tore

Diff.

Punkte

1.

FC Bayern München

34

25

7

2

99:32

+67

82

2.

Bayer 04 Leverkusen

34

19

12

3

72:43

+29

69

3.

Eintracht Frankfurt

34

17

9

8

68:46

+22

60

4.

Borussia Dortmund

34

17

6

11

71:51

+20

57

5.

Sport-Club Freiburg

34

16

7

11

49:53

−4

55

6.

1. FSV Mainz 05

34

14

10

10

55:43

+12

52

7.

RB Leipzig

34

13

12

9

53:48

+5

51

8.

SV Werder Bremen

34

14

9

11

54:57

−3

51

9.

VfB Stuttgart

34

14

8

12

64:53

+11

50

10.

Borussia Mönchengladbach

34

13

6

15

55:57

−2

45

11.

VfL Wolfsburg

34

11

10

13

56:54

+2

43

12.

FC Augsburg

34

11

10

13

35:51

−16

43

13.

1. FC Union Berlin

34

10

10

14

35:51

−16

40

14.

FC St. Pauli

34

8

8

18

28:41

−13

32

15.

TSG Hoffenheim

34

7

11

16

46:68

−22

32

16.

1. FC Heidenheim 1846

34

8

5

21

37:64

−27

29

17.

Holstein Kiel

34

6

7

21

49:80

−31

25

18.

VfL Bochum 1848

34

6

7

21

33:67

−34

25

In der 2. Bundesliga sorgte eine Vielzahl großer Namen für einen Rekord beim Ticketabsatz und ein spannendes Rennen um den Aufstieg. 15 der 18 Vereine der Saison 2024/25 hatten schon einmal der Bundesliga angehört, elf waren sogar schon Deutscher Meister geworden – und zwei dieser historischen Titelträger landeten am Ende ganz vorn in der Tabelle und schafften damit die Rückkehr in die Bundesliga.

Der 1. FC Köln hatte nach seinem siebten Abstieg zunächst Startschwierigkeiten, etablierte sich dann aber ab dem 11. Spieltag in der Spitzengruppe und wurde letztlich Meister der 2. Bundesliga. Für Friedhelm Funkel, der zwei Spieltage vor Saisonende für Gerhard Struber übernahm und noch zwei entscheidende Siege holte, war es der siebte Aufstieg seiner Trainerkarriere – ein Rekord. Ebenso oft gelang den Kölnern der Wiederaufstieg, zudem der fünfte Meistertitel in dieser Spielklasse. Der Grundstein wurde vor allem in der Defensive gelegt. Elf Mal spielten die Kölner zu Null.

Der Hamburger SV hingegen setzte voll auf Offensive. 78 Tore erzielte die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin, 14 mehr als die SV Elversberg und der 1. FC Magdeburg, die in dieser Hinsicht nächstbesten Teams der 2. Bundesliga. Dank eines 6:1-Sieges gegen den SSV Ulm 1846 machten die Hanseaten am vorletzten Spieltag den ersehnten Aufstieg nach sieben harten Jahren perfekt.

Offensiver Fußball wurde einmal mehr auch in der 2. Bundesliga insgesamt geboten. 925 Tore fielen in der 2. Bundesliga, im Schnitt 3,0 – und damit mehr als in den Spitzenligen in England, Frankreich, Spanien oder Italien. Der erfolgreichste Torjäger war HSV-Mittelstürmer Davie Selke mit 22 Treffern vor Martijn Kaars vom 1. FC Magdeburg mit 19.

Mit 959 Treffern

war die Bundesliga in der Spielzeit 2024/25 einmal mehr die torreichste Top-Liga in Europa.

Nur knapp an einer Sensation schrammte die SV Elversberg vorbei. In der erst zweiten Zweitliga-Saison des Clubs überhaupt qualifizierten sich die Saarländer als Tabellendritter für die Relegation, scheiterten jedoch durch einen Gegentreffer in der Nachspielzeit des Rückspiels an Heidenheim. Den Weg in die 3. Liga mussten der SSV Ulm 1846 und der SSV Jahn Regensburg antreten. Eintracht Braunschweig rettete sich über die Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken – ebenfalls auf dramatische Weise und durch Treffer in der Verlängerung des Rückspiels.

Wie beliebt die Bundesliga und 2. Bundesliga bei den Fans unverändert sind, spiegelte sich in starken Medien-Reichweiten und in den Zuschauerzahlen wider. Mit 34.288 abgesetzten Tickets pro Spiel erreichte der Lizenzfußball den höchsten Zuschauerschnitt seiner bisherigen Geschichte.

2. Bundesliga Abschlusstabelle 2024/25

 

 

 

Spiele

S

U

N

Tore

Diff.

Punkte

1.

1. FC Köln

34

18

7

9

53:38

+15

61

2.

Hamburger SV

34

16

11

7

78:44

+34

59

3.

SV Elversberg

34

16

10

8

64:37

+27

58

4.

SC Paderborn 07

34

15

10

9

56:46

+10

55

5.

1. FC Magdeburg

34

14

11

9

64:52

+12

53

6.

Fortuna Düsseldorf

34

14

11

9

57:52

+5

53

7.

1. FC Kaiserslautern

34

15

8

11

56:55

+1

53

8.

Karlsruher SC

34

14

10

10

57:55

+2

52

9.

Hannover 96

34

13

12

9

41:36

+5

51

10.

1. FC Nürnberg

34

14

6

14

60:57

+3

48

11.

Hertha BSC

34

12

8

14

49:51

−2

44

12.

SV Darmstadt 98

34

11

9

14

56:55

+1

42

13.

SpVgg Greuther Fürth

34

10

9

15

45:59

−14

39

14.

FC Schalke 04

34

10

8

16

52:62

−10

38

15.

SC Preußen Münster

34

8

12

14

40:43

−3

36

16.

Eintracht Braunschweig

34

8

11

15

38:64

−26

35

17.

SSV Ulm 1846 Fußball

34

6

12

16

36:48

−12

30

18.

SSV Jahn Regensburg

34

6

7

21

23:71

−48

25