DFL-Wirtschaftsreport 24/25

 (Foto) (Foto)

Credit: 1. FSV Mainz 05/Marcel Lorenz

Der deutsche Lizenzfußball

22. Erinnerungstag im deutschen Fußball

Demokratie verteidigen – Lernen aus der Geschichte des Fußballs

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Jedes Jahr rund um diesen Tag gedenkt der deutsche Fußball gemeinsam mit der Initiative „!Nie Wieder!“ der im Nationalsozialismus verfolgten, deportierten und ermordeten Menschen.

Sport und Fußball – Wechselwirkungen mit der Politik

Das NS-Regime hat sich den Sport auf unterschiedliche Weise zunutze gemacht. Sport sollte unter anderem Arbeitsmoral und Kriegstüchtigkeit steigern und die Freizeitgestaltung normieren. Vor allem diente der Sport als Propagandamittel. Die Olympischen Spiele vor 90 Jahren, das sportliche Großereignis schlechthin, nutzten die Nazis, um ihre Macht zu demonstrieren und ihre Ideologie zu verankern – weit über Deutschland hinaus.

Auch der deutsche Fußball mit seinen englischen Wurzeln und seinen vielen jüdischen Pionieren wie Walther Bensemann, der im Jahr 1900 an der Gründung des DFB beteiligt war und 1920 den „kicker“ ins Leben rief, war nicht immun gegen den national­sozialistischen Hass. Im Gegenteil: Viele Vereine wirkten an der Entrechtung jüdischer Bürger aktiv mit – obwohl die NS-Führung dies im Sport mit Rücksicht auf die Olympischen Spiele 1936 zunächst nicht forcierte. Es bedurfte vielerorts also nicht einmal von oben verordneter Gleichschaltung. Selbst für Nationalspieler wie Julius Hirsch, der mit dem von Bensemann gegründeten Karlsruher FV 1910 Deutscher Meister wurde, war in ihrem Sport kein Platz mehr. Hirsch wurde in Auschwitz ermordet. Viele führende Sportfunktionäre blieben trotz alledem nach 1945 in ihren Ämtern. Mehr als ein halbes Jahrhundert sollte es dauern, bis Vereine und Verbände mit der Aufarbeitung ihrer Rolle während der NS-Zeit begannen.

Was hat das heute mit uns zu tun?

Der Blick in die Geschichte zeigt: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Und fast immer, wenn die Demokratie unter Druck gerät, geht dies einher mit antisemitischen Tendenzen. Der Fußball mit seiner Strahlkraft trägt Verantwortung, unsere demokratischen Werte zu leben und zu verteidigen. Aktives Gedenken bedeutet daher gelebte Solidarität mit Jüdinnen und Juden, auch und gerade dann, wenn dies – wie derzeit – Courage und Haltung erfordert. 2026 gilt umso entschlossener die Botschaft der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz: „Nie wieder!“

„Nie wieder“ ist jetzt. Und immer.

Impressionen aus den Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga vom 22. Erinnerungstag:

Spieler des FC Bayern München und des FC Augsburg halten am 21. Erinnerungstag einen Banner mit der Aufschrift "#WeRemember" hoch (Foto)

Impressionen aus den Stadien vom Erinnerungstag im deutschen Fußball, 19. Spieltag: FC Bayern München – FC Augsburg.

Credit: FC Bayern München

Spieler von Borussia Dortmund und 1. FC Union Berlin halten am 22. Erinnerungstag einen Banner mit der Aufschrift "#WeRemember" hoch (Foto)

Impressionen aus den Stadien vom Erinnerungstag im deutschen Fußball, 19. Spieltag: 1. FC Union Berlin – Borussia

Credit: DFL/Getty Images/Boris Streubel

Spieler des 1. FSV Mainz 05 wärmen mit Shirts auf, die auf den Aktionstag "Gemeinsam für Erinnerung und Vielfalt" hinweisen (Foto)

Impressionen aus den Stadien vom Erinnerungstag im deutschen Fußball, 19. Spieltag: 1. FSV Mainz 05 – VfL Wolfsburg.

Credit: 1. FSV Mainz 05/Marcel Lorenz

Spieler von Bayer 04 Leverkusen und SV Werder Bremen halten am 22. Erinnerungstag einen Banner mit der Aufschrift "#WeRemember" hoch (Foto)

Impressionen aus den Stadien vom Erinnerungstag im deutschen Fußball, 19. Spieltag: Bayer 04 Leverkusen – SV Werder

Credit: Bayer 04 Leverkusen