Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser,
25 Jahre nach der Gründung des Ligaverbandes legen wir den DFL-Wirtschaftsreport 2024/25 vor. Diese Gründung, aus der auch die DFL als Organisation entstanden ist, war seinerzeit eine gleichermaßen wegweisende wie weitsichtige Entscheidung und die Grundlage für eine konsequente Professionalisierung. Der deutsche Profifußball hat in den vergangenen 25 Jahren eine rasante Entwicklung genommen – im sportlichen genauso wie im strukturellen und wirtschaftlichen Bereich. Der Ligaverband und die DFL sind eine Erfolgsgeschichte. Die aktuellen Zahlen unterstreichen dies eindrucksvoll.
Noch nie wiesen die 36 Clubs kumuliert einen so hohen Umsatz aus: 6,33 Milliarden Euro. Noch nie waren so viele Menschen rund um die Bundesliga und 2. Bundesliga beschäftigt: mehr als 64.000. Noch nie zahlte der Profifußball so viele Steuern und Abgaben: rund 1,7 Milliarden Euro.
Ligapräsident des DFL Deutsche Fußball Liga e.V. und Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH
Besonders erfreulich ist aus Sicht des Ligaverbandes, dass die positive Entwicklung in diesem Jahr zu einer erkennbaren Stabilisierung der Clubs geführt hat. Dass 28 der 36 Vereine und Kapitalgesellschaften einen Gewinn erzielt haben – nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen wohlgemerkt –, unterstreicht das nachhaltige Wirtschaften im deutschen Profifußball und belegt, dass nach den coronabedingten Krisenjahren eine Konsolidierung stattgefunden hat. Gleichzeitig ist bekannt, dass viele wirtschaftliche Kennzahlen angesichts der enormen Dynamik der Geschäftsmodelle und des Finanzgebarens im weltweiten Fußball Schwankungen unterliegen. Der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Mitteln ist daher, so wie 50+1 und fanfreundliche Eintrittspreise, ein Markenkern des deutschen Profifußballs, den wir immer im Auge behalten müssen.
Der Ligaverband und die DFL sind eine Erfolgsgeschichte. Die aktuellen Zahlen unterstreichen dies eindrucksvoll.
Angesichts der jüngsten Debatten um Polizeikosten und Stadionsicherheit ist es zudem umso wichtiger, den positiven gesellschaftlichen Einfluss des Fußballs zu dokumentieren. Dieser Einfluss geht über die wirtschaftliche Bedeutung und die Milliarden Euro, die durch die Branche in den öffentlichen Kassen landen, weit hinaus. Unsere Ligen bleiben Magneten öffentlicher Aufmerksamkeit, die Millionen Menschen bewegen. Auch in der Saison 2024/25 hat der deutsche Profifußball wieder eine Rekordzahl von Tickets abgesetzt: fast 21 Millionen. Und das bei sinkenden Polizei-Einsatzstunden und weiter gesunkenen Verletztenzahlen auf einem ohnehin schon sehr niedrigen Niveau.
Die Reichweite unseres Sports nutzen wir konsequent für positive gesellschaftliche Signale. Unsere Clubs engagieren sich für Integration und Inklusion, setzen sich aktiv für Zusammenhalt und Demokratie ein und beziehen auch dann Stellung, wenn es nicht nur Applaus gibt – zum Beispiel im Kampf gegen Antisemitismus. Das gilt nicht nur an unseren Aktionsspieltagen, die auch 2024/25 wieder Wirkung gezeigt haben, sondern im Alltag und an jedem einzelnen Standort.
Clubs und Verbände können sich jedoch nur auf einer wirtschaftlich und sportlich stabilen Basis so engagieren. Diese Basis zu schaffen, war vor 25 Jahren das wichtigste Ziel der Gründung unseres Ligaverbandes. Heute steht der deutsche Profifußball anhand seiner Kennzahlen so gut da wie nie zuvor. Das heißt nicht, dass es nichts mehr zu optimieren gäbe. Im Gegenteil: Wir werden uns in den kommenden Jahren beispielsweise in der Talententwicklung und der Internationalisierung weiterentwickeln müssen und die Zentralvermarktung weiter stärken. Aber auf der aktuellen Basis können wir selbstbewusst und optimistisch ins WM-Jahr 2026 gehen.
Ihr
Ligapräsident
